JEL-Codes
H56, E62, H54, O38, L38, H50
Keywords
Military Keynesianism, Fiscal Multiplier, Defense Spending, Public Investment, Public Finance, Infrastructure Investment
Die vorliegende Studie analysiert die wirtschaftlichen Auswirkungen der geplanten Steigerung der Militärausgaben auf Basis der vorhandenen wissenschaftlichen Evidenz. Die Analyse zeigt, dass der kurzfristige Fiskalmultiplikator für Militärausgaben in Deutschland nicht wesentlich größer als 0,5 ist, und eventuell sogar bei 0 liegen kann. Ein zusätzlicher Euro für die Rüstungsindustrie schafft also höchstens 50 Cent zusätzliche gesamtwirtschaftliche Produktion, aber die zusätzlichen Staatsausgaben könnten auch gar keinen Produktionseffekt entfalten. Zum Vergleich: Bei gezielten Investitionen in die öffentliche Infrastruktur kann mit einem Fiskalmultiplikator von 2 gerechnet werden, und für den Ausbau der Betreuungsinfrastruktur in Kitas und Schulen kann der Multiplikator sogar auf 3 steigen. Langfristig können Militärausgaben die Produktivität und das Produktionspotenzial der Wirtschaft steigern, doch in Bezug auf die militärische Forschungsförderung in Deutschland gibt es dazu keine robuste empirische Evidenz. Aus ökonomischer Sicht ist die geplante Militarisierung der deutschen Wirtschaft eine risikoreiche Wette mit niedriger gesamtwirtschaftlicher Rendite.
Wir danken Isabella Weber für wertvolle Kommentare und Niklas Beller für ausgezeichnete Unterstützung bei der Datenanalyse.